Der Verein wurde gegründet 1975      

 

Die heutige Stadt Leun entstand durch den freiwilligen Zusammenschluss der ehemals selbstständigen Gemeinden Leun einschließlich Lahnbahnhof,  Stockhausen, Biskirchen und Bissenberg zum 1. Januar 1972. Die Stadtverwaltung ist aufgrund der zentralen Lage in Stockhausen angesiedelt. In den Stadtteilen Stockhausen, Biskirchen und Bissenberg bildeten sich recht schnell nach dem Kriegsende Schützenvereine, der Stadtteil Leun musste sich bis zum 13. Mai 1975 gedulden. An diesem Tag trafen sich elf schießsport-begeisterte Bürger im ehemaligen Cafe Wagner zur Gründungsversammlung einer Interessengemeinschaft zur Gründung eines Schießsportvereins in Leun.

 

 

Die ersten elf:

 

Von oben links:   Walter Baunemann  ;  Werner Baunemann  ;  Heinrich Bender  ;  Horst Filler V  ;  Dieter Fink  ;  Rainer Hofmann V .

Von unten links:   Armin Magerl  ;  Wilfried Olschewski V  ;  Manfred Raddatz V  ;  Hermann Srnec  ;  Ernst Wagner .

 

 

 

Werner Baunemann wird zum Versammlungsleiter gewählt. Unter seiner Leitung wurden 10 Anträge eingebracht und einstimmig beschlossen. Bis zur ersten Generalversammlung, die für den 29. Mai 1975  terminiert wird,  setzt sich  der kommissarische Vorstand aus den Teilnehmern Werner Baunemann und Ernst Wagner zusammen. Schriftführer und Pressewart bis zum selben Datum wird Armin Magerl. Mit dem Erstellen der Satzungsvorlage werden Werner Baunemann und Ernst Wagner beauftragt.

 

Noch am selben Abend werden die Arbeiten zur Erstellung einer Vereinssatzungsvorlage in Angriff genommen. Das Ziel, möglichst schnell einen Schießsportverein im Stadtteil Leun zu etablieren, war in greifbare Nähe gerückt. Trotz aller Unkenrufe ,,das schafft ihr nie", konnte zur geplanten ersten Mitgliederversammlung am 29.  Mai  1975 eine Satzungsvorlage präsentiert werden. Zu dieser ersten Mitgliederversammlung, nur sechzehn Tage nach der Gründungsversammlung, waren bereits dreizehn Personen anwesend.

 Es wurde wie in den anschließend ersichtlichen Originalunterlagen, ein Vorstand gewählt, ein Vereinskonto eingerichtet, der vorgelegte Satzungsentwurf diskutiert, mit kleinen Änderungen versehen und anschließend einstimmig genehmigt. Der erstmals gewählte Vorstand wird beauftragt, Angebote von Versicherungsgesellschaften einzuholen, einen Stempel zu entwerfen und zu bestellen, sowie eine Anzeige im Mitteilungsblatt der Stadt Leun zu schalten. 

Die Wahl des ersten Vorstandes.

 

1 Vorsitzender      Werner Baunemann

 

2. Vorsitzender      Hermann Srnec

 

Kassierer      Walter Baunemann

 

Schriftführer      Armin Magerl

 

Beisitzer     Rainer Hofmann  ;  Ernst Wagner

 

 

Bevor sportliche Aktivitäten ausgeführt werden können, hat der Gesetzgeber natürlich den üblichen Formalismus ge­setzt. So muss eine vom Vereinsgericht  genehmigte und eingetragene Vereinssatzung vorgelegt werden. Der Landes­sportbund möchte natürlich auch gefragt werden. Die Litanei der Formalitäten füllt ganze Bände.

Die von der ersten Mitgliederversammlung  genehmigte Vereinssatzung wurde am 16. ]uni 1975 beim Amtsgericht Wetzlar  zur  Genehmigung  und  Eintragung  in  das Vereinsregister eingereicht. Die Eintragung in das Vereins-Register beim Amtsgericht Wetzlar erfolgte am 6. August 1975 unter der Nummer 810. Um die Genehmigung und Zulassung zum Schießbetrieb möglichst schnell zu erhalten, wurde am 9. ]uni 1975 beim Finanzamt Giessen (aufgrund der Lahn-Stadt)  die Anerkennung  als gemeinnütziger Verein, beim Landessportbund Hessen die Mitgliedschaft (erteilt am 8.Oktober 75) und beim Landratsamt die Meldung der Personen zur Standaufsicht auf zugelassenen Luftpistolen- und Luftgewehrständen gestellt. Somit konnte der Schießsportverein erstmals sportlich in der Wettkampfrunde 1975/76 in Erscheinung und damit auch in das Interesse der Presse treten.

 

Hierzu sei anzumerken, dass die Trainingseinheiten und die Wettkämpfe in den Gründertagen noch bei den befreundeten Schützen aus Stockhausen auf deren Stand ausgetragen wurden.

Der SSV Leun nahm schon damals mit drei Mannschaften in der Klasse Luftgewehr teil. Wobei die erste Mannschaft bestehend aus Günter Bertram, Ernst Wagner, Manfred Raddatz, Rainer Hofmann, Werner Baunemann und Hermann Srnec in der Grundklasse IV/2 mit 18:2 Punkten den 1. Platz belegte. Auch die 2. Mannschaft mit Brigitta Bertram, Dieter Fink, Ruth Köstler, Paul Kasparek und Armin Magerl belegte in der Grundklasse VI mit 13:3 Punkten ebenfalls den 1. Platz. Bereits zu dieser Zeit eiferte die Jugend den Erwachsenen nach und erreichte mit Karl -Rudolf Irrgang, Frank Honig, Jürgen Schmidt, Regina Wagner und Peter Kurz in der Grundklasse IV Jugend den 2. Platz mit 12:4 Punkten.

 

 

Bau einer 100 Meter Schießanlage

 

Die geplante 100 Meter Anlage konnte nach Erteilung der Baugenehmigung am 08. November 1999 mit Hochdruck in Angriff genommen werden. Nach ungeplanten Sprengarbeiten, die beachtliche Kostensteigerungen zur Folge hatten, konnte in Rekordzeit am 22. Dezember 1999 durch Herrn Bürgermeister K. H. Strassheim die Grundsteinlegung vollzogen werden.

Am 26.Januar 2000 wurde das Deckenfest gefeiert. Bis zum heutigen Tag wurden ca. 4000 freiwillige Arbeitsstunden erbracht. An Baumaterial wurden 9000 Tonnen Erde bewegt, mit 128 Kilogramm Sprengstoff Fels gesprengt, 281 Kubikmeter Beton, 25 Tonnen Eisen, 420 Kilogramm Farbe und 550 Kilogramm Putz verarbeitet sowie 3600 Meter Kabel verlegt.

 

Dem unermüdlichen Einsatz einer weniger aktiven Schützen und Boulespieler ist es zu verdanken, dass diese auf dem neusten Stand der Technik basierende Schießsportanlage in kürzester Zeit, noch vor dem 25 jährigen Jubiläum, fertiggestellt werden konnte.

 

Eine reife Leistung, deren „Motoren“ Werner Baunemann, Jürgen Otto, Peter Kurz, und Bernd-Horst Peter für ihr großes Engagement geehrt wurden.